Die Rückseite

Last but not least: Ein Schatz an Ideen und Inspirationen.

Bildrechte: Niklas Ohlrogge (unsplah)

Vier Fragen und Antworten zum Thema: Fasten – Verzicht VS Umsicht ?!

 

Warum Fasten in der Passionszeit?

Die Fastenzeit wird auch als Passionszeit bezeichnet und ist der Buße und Umkehr gewidmet. Erinnern soll die insgesamt 40 Tage andauernde Fastenzeit an das ebenso lange Fasten Jesu Christi in der Wüste. Christen – aber auch viele andere Menschen – nehmen die Fastenzeit zum Anlass, um bewusst zu verzichten.

Warum wird vor Ostern gefastet?

Im Christentum dauert die Fasten- oder Passionszeit von Aschermittwoch bis Ostern. In dieser Zeit soll sich der Mensch durch Enthaltsamkeit neu besinnen und die Nähe zu Gott suchen. Es gibt heute aber keine strengen Regeln mehr. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie er die Fastenzeit gestalten will.

Was tun Christen während der Fastenzeit ?

Meisten verzichten Menschen auf „Genussmittel“, teilweise auf Fleisch, Süßigkeiten oder Alkohol. Aber nicht nur auf Lebensmittel kann verzichtet werden, manche Christen schminken sich in dieser Zeit nicht, verzichten auf Netflix oder Social Media. Jeder setzt für ich selbst fest, möchte ich verzichten oder vielleicht bewusst etwas tun. Es geht in dieser Zeit darum, Raum zu schaffen für die Nähe Gottes in meinem Leben.

Man bekommt in der Passionszeit, sieben Wochen Raum um auf etwas zu verzichten. Vielleicht wird damit in dieser Zeit etwas freigelegt oder in Bewegung gebracht. Der Verzicht kann Appetit machen – auf das Leben.

WICHTIG: Alles kann – nichts muss.

Vielleicht hast du Lust bekommen dich in der Fastenzeit bewusst mit dir, deinem Umfeld und Glauben auseinanderzusetzen! Dann schau doch bei den Action Bounds des BDKJ vorbei und erlebe 7 Wochen bis Ostern ganz bewusst. Schaffe Raum für dich und Gott :)

Action Bound der BDKJ  „Fasten nein Danke(n)“

  • Nein Danken (Anfang)
  • Für die großartigen Kleinigkeiten
  • Für mich
  • Für unser Essen
  • Für all die (un)nötigen Dinge
  • Für die Natur
  • Für meinen Glauben

Lade dir am besten die Action Bound App auf dein Handy und scanne für jede Woche den QR Code ein.

Miriam Zöllner

 

Fasten mit dem Balu-Prinzip

„Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit“ – darf ich das, in der Fastenzeit?

Du darfst nicht nur, ich finde, du sollst!

Fastenzeit heißt nicht, sich mit selbst auferlegten Verboten zu quälen. Fasten soll dich Gott näherbringen, soll deine Beziehung zu IHM stärken.

 

Ganz oft haben wir bei Fasten im Kopf, dass wir verzichten müssen. Auf Schokolade, auf Alkohol, auf permanente Screentime oder das Auto. Nach dem Feiern von Fasching und Karneval nehmen wir uns vor, produktiver und konzentrierter zu sein, mehr Sport zu treiben, gesünder zu kochen, in die Arbeit und in die Schule zu radeln. Ist das das Ziel von Fasten? Eigentlich ja nicht. Und trotzdem ist es in unseren Köpfen die allererste Assoziation, die wir haben.

Und der Frust, wenn auf halber Strecke das Fastenziel nicht erreicht wird, weil man eben doch bei wärmeren Temperaturen ein Eis geschleckt hat, oder „eben schnell“ in den Supermarkt gefahren ist, kann schnell demotivieren. Deswegen hier nochmal der Aufruf: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit“. Nein, du sollst nicht mit Handy oder Konsole auf der Couch versumpfen 😊. Aber nimm die Fastenzeit gelassen und erinnere dich daran, wofür sie eigentlich da ist: Um deinen Glauben und deinen Bezug zu Gott zu stärken. Mach dich nicht runter, wenn du scheiterst, das ist menschlich und gehört dazu. Komm damit vor Gott.

Eines meiner Lieblingslieder kann dir dazu Anleitung sein. Unter dem folgenden Link kannst du es auf Youtube ansehen (keinerlei Unterstützung durch Nennung dieses Unternehmens), der Text geht steht hier und geht wie folgt:

„Lege deine Sorgen nieder
Leg sie ab in meiner Hand
Du brauchst mir nichts zu erklären
Denn ich hab dich längst erkannt

Lege sie nieder in meiner Hand
Komm leg sie nieder, lass sie los in meiner Hand
Lege sie nieder, lass einfach los
Lass alles falln, nichts ist für deinen Gott zu groß

Lege deine Ängste nieder
Die Gedanken in der Nacht
Frieden gebe ich dir wieder
Frieden hab ich dir gebracht

Lege deine Sünde nieder
Gib sie mir mit deiner Scham
Du brauchst sie nicht länger tragen
Denn ich hab für sie bezahlt

Lege deine Zweifel nieder
Dafür bin ich viel zu groß
Hoffnung gebe ich dir wieder
Lass die Zweifel einfach los.“

Damit ist doch eigentlich alles gesagt 😊 

~ Yvonne Meier

Link: (210) Sefora Nelson – Lege deine Sorgen nieder (Live) - YouTube

Der Herbst - über Vergoldung der Welt und das Schätze sammeln

Straße, vom Herbstlaub bunt gefärbt
Bildrechte: Amelie Popp

Der Herbst. Eine Jahreszeit, die nicht in jedem Glücksgefühle erwachen lässt. Es ist eine Jahreszeit, in der der warme und hell scheinende Sommer dem eher vernebeltem und düsteren Herbst weicht und die luftige Jeansjacke durch den hochgeschlossenen Mantel ersetzt wird. Und trotz dieser, auf den ersten Blick kühlen Stimmung darf man jedes Jahr beobachten, wie sich langsam etwas verändert. Denn, auch wenn der Himmel dunkler und grauer wird, verfärben sich die Blätter der Bäume in wärmende Farben. Rot, gelb, orange und braun. Farben, die in einem das Gefühl von Wärme, von Geborgenheit auslösen.

Kannst du malen, wie das Farbenspiel des Winds?“, singt Pocahontas beim Kennenlernen mit John Smith, um ihm so vor Augen zu führen, wie schön doch die Natur ist. Und genau so stelle ich mir den Herbst vor. Eine Jahreszeit begleitet von dem Wind, der die Kinder aus ihren Häusern treibt, um mit ihren Eltern Drachen steigen zu lassen, der die vielen bunten Blätter von den Bäumen weht und so nicht nur ein wunderschönes Farbenspiel betreibt, sondern auch den Igeln den Schutz vor dem Winter bietet. Lange Spaziergänge durch das Blättermeer mit anschließendem Tee und Gebäck sind für mich die Verbildlichung eines perfekten Herbsttages.

Und diese Farben machen süchtig. Süchtig nach diesem wärmenden und einlullenden Gefühl. Doch auch diese Zeit vergeht jedes Jahr wieder aufs Neue und schon bald sind die Blätter alle am Boden und die kahlen Bäume müssen sich gegen den immer kälter werdenden Wind behaupten. Das Farbenspiel des Herbstes findet so langsam sein Ende, doch wir Menschen wollen nicht, dass es endet. Sind süchtig geworden von diesen Eindrücken. Und somit holen wir uns es Künstlich in unsere Häuser. Man verteilt überall Licht- und Wärmespendende Kerzen und Lichterketten, schürt den Kamin, dekoriert sein Haus in den schönsten Farben und erleuchtet so die triste Jahreszeit des Winters. Auch wenn mittlerweile die Trends von Weihnachtsdeko in viele unterschiedliche Richtungen ausarten, ist und bleibt der Klassiker der Rot-Gold geschmückte Weihnachtsbaum! Warum das so ist?

Wir Menschen sehnen uns nach dem wärmenden Gefühl des Herbstes, der Farbenpracht der Blätter. Somit holt man sich diese in der Weihnachtszeit, wenn auch künstlich in sein Zuhause. Die roten und orangen Blätter weichen den rot glänzenden Kugeln und den rot- weiß gefärbten Zuckerstangen. Das Gelb und Orange wird zu den Goldenen Kugeln und den vielen Lichtern, die im Weihnachtsbaum versteckt sind. Wir vergolden unser Zuhause, um an den Gefühlen des Herbstes festzuhalten. Achte da mal drauf! Wie sich zurzeit auch in deinem Umfeld die natürlichen Farben des Herbstes zu den vergoldeten der Weihnachtszeit entwickeln. Denn auch schon Louis Armstrong hat gesungen „and think to myself What a wonderful world!“  (Zitat aus „What a wonderful World“ von Louis Armstrong)

 

Frederik mit seinen Herbstvorräten – nach Leo Lionni

Rund um die Wiese herum, wo Kühe und Pferde grasten, stand eine alte Steinmauer. In dieser Steinmauer lebte eine Familie geselliger Feldmäuse. Und weil es bald Winter wurde, begannen die kleinen Feldmäuse Körner, Nüsse, Weizen und Stroh zu sammeln. Alle Mäuse arbeiteten hart - alle bis auf Frederik. „Frederik, warum arbeitest du nicht?“, fragen sie. „Ich arbeite doch“, sagte Frederik. „Ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten dunklen Wintertage.“ Und als sie später Frederik so dasitzen sahen, wie er auf die Wiese und die Felder starrte, sagten sie: „Und nun, Frederik, was machst du jetzt?“ „Ich sammle Farben. Denn der Winter ist grau.“ Und einmal sah so aus, als sei Frederik halb eingeschlafen. „Träumst du etwa, Frederik?“, fragten sie vorwurfsvoll. „Aber nein“, sagt er, „ich sammle Wörter. Es gibt viele lange Wintertage und irgendwann wissen wir nicht mehr, worüber wir sprechen sollen.“

Als nun der Winter kam und der erste Schnee fiel, zogen sich die 5 kleine Feldmäuse ihr Versteck zwischen Steinen zurück. In der ersten Zeit gab es noch viel zu essen, und die Mäuse erzählten sich Geschichten über singende Füchse und tanzende Katzen. Da war die Mäusefamilie ganz glücklich. Aber nach und nach waren fast alle Körner und Stroh aufgeknabbert. An Beeren und Nüsse konnten sie sich kaum noch erinnern. Trüb war alles in ihren Erinnerungen. Es war auf einmal sehr kalt zwischen Stein der alten Mauer, kalt und grau und stumm. Denn keiner wollte mehr sprechen.

Da fiel ihnen plötzlich ein, wie Frederik im Sommer von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hatte. „Frederik! Was machen deine Vorräte?“, fragten sie.

Frederik schmunzelt. „Macht die Augen zu“, sagte er und kletterte auf einen großen Stein. „Jetzt schicke ich euch  Sonnenstrahlen. Sie leuchten im Sommer vom blauen Himmel und erwärmen alles. Fühlt ihr schon, wie warm sie sind? Warm und schön hell und golden?“ Und während Frederik so von der Sonne erzählte, wurde den 4 Mäusen viel wärmer. Ob das Fredericks Stimme gemacht hatte? Oder war es ein Zauber?

„Was ist mit den Farben, Frederik?“ fragten sie aufgeregt. „Macht wieder eure Augen zu“, sagte Frederik. Und als er von den blauen Kornblumen, den roten Mohnblumen, dem gelben Kornfeld und den Wildblumenwiesen mit violetten Disteln, großen Sonnenblumen und all den Wildblumen, von den grünen Blättern am Beerenbusch erzählte, da sahen sie die Farben so klar vor sich, als wären sie aufgemalt, in ihren kleinen Mäuseköpfen. Frederik erzählte vom bunten Herbstlaub, dass beim emsigen Rennen unter den Füßen raschelt, von all dem rot und gelb und orange, und die vier Mäuse bekamen ganz leuchtende Augen.

„Und die Wörter, Frederik?“ Frederik räusperte sich, wartete einen Augenblick, und dann sprach er wie von einer Bühne herab:

„Wer streut die Schneeflocken?

Wer schmilzt das Eis?

Wer macht laues Wetter, wer macht es leis?

Wer bringt den Glücksklee im Juni heran?

Wer verdunkelt den Tag und zündet die Mondlampe an?

 4 kleine Feldmäuse wie du und ich

wohnen Himmel und denken an dich

Die Erste ist die Frühlingsmaus

 die lässt den Regen lachen

Als Maler hat die Sommermaus

die Blumen bunt zu machen.

Die Herbstmaus schickt mit Nuss und Weizen schöne Grüße

Pantoffel braucht die Wintermaus für ihre kalten Füße.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind 4 Jahreszeiten.

Keine weniger und keine mehr , 4 verschiedene Fröhlichkeiten.“

Als Frederik aufgehört hatte, klatschten alle und riefen „Frederik, du bist ja ein Dichter!“ Frederik wurde rot, verbeugte sich sagte bescheiden: „Ich weiß es, ihr kleinen Mäusegesichter. 😊“

 

Eine erweiterte Transkription der Erzählung Frederick von Leo Lionni erzählt von Xuan Xu - YouTube

Einmachglas mit Zetteln und Lichterketten
Bildrechte: Yvonne Meier

Bevor die Tage also noch dunkler, kälter, grauer werden, sollten wir es Frederik gleichtun. Wir sollten Farben, Erinnerungen, Wörter, Lichtpunkte und Hoffnungsschimmer sammeln. Mit offenen Augen, Ohren und Herzen durch unseren Alltag gehen und uns bewusstwerden, was alles um uns herum passiert.

Nehmt euch ein Weilchen Zeit und macht euch Gedanken darüber. Wenn ihr wollt, schreibt sie auf lauter kleine Zettel und steckt sie in ein hübsches Vorratsglas. Bei Bedarf, wenn die Vorräte der guten Gedanken im Winter aufgebraucht scheinen, könnt ihr einfach hineingreifen und ein oder zwei Zettelchen lesen.

Anregung für die Zettel könnten folgende Fragen sein:

  • Welche Momente aus dem letzten Jahr möchte ich nie vergessen?
  • Wo ist mein Lieblingsort? Was kann man dort sehen, hören, riechen?
  • Welches Buch/ welcher Text ist mir im Gedächtnis geblieben?
  • Für wen oder für was warst du in diesem Jahr dankbar?
  • Wo habe ich das letzte Mal Segen gespürt?
  • Gibt es Wörter, bei denen du sofort ein Bild im Kopf, einen Geschmack auf der Zunge, ein Geräusch im Ohr aufpoppen hast? Sowas wie „zuckerwatteweich“, „Geschunkel“ oder „Hummelbrummen“
  • Wann habe ich das letzte Mal aus vollem Herzen gelacht?
  • Wenn ich einen lange nicht gesehenen Freund treffe: was erzähle ich zu zuerst?

von Yvonne Meier

Geh aus mein Herz und suche Freud!

Freizeitgestaltung während Corona ganz leicht gemacht!

Langeweile. Ein Wort, welches zumindest bei mir zurzeit meinen Tag sehr treffend beschreibt. Denn wenn man fertig ist mit Homeoffice oder Homeschooling, greift man oft einfach zur Fernbedienung, um den nächstem Serienmarathon zu bestreiten.

Ich persönlich merke, wie meine Motivation mich zu etwas Neuem aufzuraffen fast bei Null ist. Ich schätze, euch geht es genauso, lasst uns zusammen etwas ändern! Jetzt wo der Sommer und damit das gute Wetter direkt vor der Tür steht, werden wir sicher etwas finden, was uns einen Lichtblick verschafft.

Im Folgenden werde ich einige Aktionen für draußen auflisten, die euch hoffentlich Freude bereiten. Natürlich müsst ihr immer die aktuellen Corona Bestimmungen im Kopf haben, damit ihr wisst, ob und mit wie vielen Menschen ihr euch draußen treffen dürft.

1.      Der Klassiker: Lagerfeuer – daheim oder an geeigneten Plätzen!

Abends entspannt am Feuer sitzen, Marshmallows und Stockbrot machen und dabei die neuesten Geschichten austauschen. Das funktioniert wunderbar, sowohl mit der Familie, als auch einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt. Man sitzt an der frischen Luft, wodurch die Aerosole keine Chance haben sich weiter zu verbreiten. Eine gute Aktion, die sowohl während Corona, als auch danach wieder ein Highlight ist! Falls ihr nicht euren eigenen Garten habt und es an einem öffentlichen Ort machen wollt, müsst ihr euch erst informieren, wo ihr das legal machen dürft! Denn nicht überall darf man ein offenes Feuer schüren.

2.      Ein entspanntes Picknick

Was ist besser, als mit der besten Freundin/dem besten Freund an einen schönen Ort zu laufen und sich dort dann auf eine Decke niederzulassen? Sein Essen und Trinken auspacken, vielleicht das ein oder andere Kartenspiel spielen und in der Sonne entspannen. Mit der richtigen Musik noch dazu wird das für dich und deine Liebsten ein unvergesslicher Tag!

3.      Festival Zuhause!

Ein Festival ohne die drängende Menschenmenge, überteuerten Getränke und Ellenbogen im Bauch? Während Corona ist das ganz leicht möglich! Viele Stars bieten ihre Konzerte online an, sodass du auf deinem Balkon, im Garten oder in einem offenen Park ganz einfach digital mit der Fangemeinde feiern kannst! Mit selbstgemachten (oder -gekauften ;) ) Punsch, kleinen Häppchen und deinem Festival Outfit ist das ein Festival, das (vielleicht anders als sonst) im Gedächtnis bleibt.

4.      Corona Speck? Weg damit auch ohne Pamela und Co!

Und das sogar mit richtig viel Spaß! Wie, fragst du dich? Ganz einfach: Nutze die Zeit die du gezwungener Maßen durch Corona hast und finde eine Sportart für dich! Für alle, die sich intensiv mit ihrem Körper und dessen Können auseinandersetzen wollen, kann ich nur Yoga empfehlen! Man braucht kein schweres Gerät, nicht viel Platz und die Verletzungsgefahr ist auch gering! Tutorials findest du massenweise auf den typischen Social-Media-Kanälen.

Wer mehr auf Action steht sollte alles mal ausprobieren, von Skateboard fahren, über Rollschuh fahren bis hin zu Parkour Lauf ist alles möglich. Natürlich muss man sich vermutlich hierbei das ein oder andere kaufen, wobei das meiste gebraucht schon preisgünstig zu erwerben ist. Vor allem für Kinder, denen der Vereinssport fehlt, ist eine Sportart, die man unverbindlich zu Vereinen ausüben kann, ein wichtiger Schritt in der Entwicklung!

5.      60er sind so IN wie nie: TieDye!

Du fragst dich was das ist? TieDye ist eine Färbetechnik für Textilien, die es vor allem in den 1960er Jahren geschafft hat, die Menschen zu begeistern. Doch auch dieses Jahr sind die auffälligen Farbmuster, die durch einfaches Knoten gemacht werden können wieder sehr angesagt. Und natürlich kannst du das auch ganz einfach selbst machen. Im Internet kann man sich solche Farben kaufen und daheim direkt anfangen! Ich empfehle es dringend es außen zu machen, da gerne mal etwas von der Farbe verschüttet werden kann – und diese Flecken sind sehr unschön aus dem Holzboden oder Teppich herauszubekommen. Eine Tagesbeschäftigung, die dir nicht nur den Tag versüßt, sondern dir auch ganz viele neue Teile in deinen Kleiderschrank zaubert!

6.      DIY! Gestalte deinen Garten, Balkon oder deine vier Wände neu aus Altem!

Egal ob aus alten Möbeln, Paletten oder Holzkisten: Deine neuen IT-Pieces, die du selbst gemacht hast verleihen deiner Wohlfühloase einen ganz neuen Look. Das Internet ist voll mit verschiedenen DIY Ideen für außen und innen. Wenn man einen Balkon oder Garten hat, sollte man ihn sich sofort vorknüpfen und für einen weiteren Sommer auf Balkonien und in Gartenien vorbereiten! Gemütliche Sitzecken, einen schönen Liegeplatz oder etwas zum Abkühlen sollte in jedem Wohlfühlort vorhanden sein – und selbstgemacht ist es immer am besten!

Natürlich muss man sich nicht jeden Nachmittag eine große Sache vornehmen. Ein entspannter Spaziergang in die nächste Eisdiele, einen neuen Tanz auf Tiktok lernen oder eine Fahrradtour in unserem schönen Fichtelgebirge hat auch seinen Reiz. Aus jeder Situation sollte man das Beste machen können und vor allem in einem warmen Sommer sollten diese Möglichkeiten die derzeitige Situation erträglicher machen.

Also abschließend nochmal: Steh auf, motivier dich und deine Liebsten und hab einen unvergesslichen Sommer, soweit es möglich ist 😊.

 

von Amelie Popp

Ausgang und Eingang - Anfang und Ende

rosa Kirschblüten
Bildrechte: Pexels: Taryn Elliott

'Geh aus mein Herz und suche Freud' als Reiseführer

Ich gebs offen zu, ich hab Textanalysen im Deutschunterricht geliebt 😊 Darum liegt es für mich nahe, euch zusammenzufassen, welche Ideen zu Beschäftigung Paul Gerhardt in seinem Kirchenlied "Geh aus mein Herz" festgehalten hat. Deshalb hier: Ausflugsideen und Inspiration zur Gestaltung deines Alltags an der frischen Luft und Corona konform:

Ausflugsidee aus Strophe 1:

„Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben“

Jetzt im Mai und Juni blüht und grünt alles, und das ist Grund genug, sich mal in der Nachbarschaft umzusehen. Wie viele verschiedenen Blumen, Sträucher und Bäume gerade in allen erdenklichen Farben erstrahlen! Schnapp dir eine Kamera oder dein Handy, erkunde „deine Hood“ und mach Fotos und Makroaufnahmen von den Frühlingswundern dieses Jahres!

Und für alle Mobilen und Menschen aus Marktredwitz: der Auenpark und das Landesgartenschaugelände sind im Moment sicherlich sehenswert! 😊

Ausflugsidee aus Strophe 2:

„Die Bäume stehen voller Laub“

Ab in den Wald mit dir! Nach einem Frühlingsregen zwischen den noch tropfenden Bäumen hindurch zu stiefeln, den frischen Waldgeruch und das Moos in der Nase und die feuchten raschelnden Blätter unter den Füßen, und überall das helle, neue, frische Grün! Ein Träumchen. Und vielleicht stehen auch hier zwischen all den hohen Bäumen kleine Blümelein, die bewundert gehören 😊  

Ausflugsidee aus Strophe 3 und 4:

„Lerche, Täubchen, Nachtigall“ und  „Glucke, Storch und Schwälblein“

Jaja, ‚alle Vöglein sind schon da‘ – und sie singen, pfeifen und schreien ordentlich! Achte mal darauf, wie viele verschiedene Vogelstimmen im Moment zu hören sind! Geh mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, im Moment kann man überall Vogelnester entdecken und beschützende Elternvögel hören. Gerade in den Morgen- und Abendstunden geben unsere beflügelten Freunde wahre Konzerte!

Und wenn dir im Moment nicht nach Rausgehen ist, oder die Morgendämmerung wirklich zu früh, dann lass einfach nachts dein Fenster gekippt und du wirst morgens staunen, wie viel Gesang dich am Morgen schon erreicht.

Ausflugsidee aus Strophe 4:

der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen“

Bei einem Abendspaziergang habe ich im letzten Jahr eine kleine Gruppe Rehe auf einer Lichtung im Wald entdeckt, die ich ab da jeden Abend zum Einbruch der Dämmerung gesehen habe.

Gehe mal leise und aufmerksam spazieren oder setz dich dick eingepackt in einen Jägerstand und beobachte die Waldtiere, die in der Dämmerung zum Grasen auf die Waldwiesen kommen.

Ausflugsidee aus Strophe 5:

Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich an ihrem Rand mit schattenreichen Myrten“

Such dir einen Bachlauf in der Nähe und lauf ihm einfach mal nach. Oder der Quelle entgegen. Spüre, wie es neben dem Bach kühler ist als mit etwas Abstand, höre, wie der Bach gluckert und gluckst, an manchen Stellen laut rauscht, dann wieder fast nicht hörbar ist. Beobachte den Bachlauf in seinen Kurven. Das klare Wasser und den Untergrund. Mal sandig, mal mit Moos bedeckten Steinen. Mach dich einfach auf den gleichen Weg wie das Wasser und beobachte, was alles um dieses Gewässer herum passiert.

Ausflugsidee aus Strophe 6:

Die unverdrossne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeise“

Bienen sind großartige Tiere! An den Blüten kann man sie summen und arbeiten hören und sehen. Sie fliegen den ganzen Sommer lang und Kilometer weit, um Honig zu produzieren.

Besuch doch mal den Imker in deiner Nähe! In einigen Bäckereien und kleineren Geschäften werden Honiggläser von privaten Imkern und Hobby-Bienenvolk- Besitzern angeboten. Mach dich auf den Weg und auf die Suche nach dem süßen Gold in Gläsern, kaufe eins davon und schmiere dir zuhause ein Brot, genieße die Süße in der Sonne 😊

 

- Yvonne Meier

Der Beginn - Fluch und Segen zugleich!

Wer kennt es nicht? Man steht vor einer Gruppe und man weiß nicht wie man beginnen soll. Egal ob es ein Vortrag ist oder der Beginn einer Aktion -Präsenz aber auch online-, der Anfang ist die erste Hürde über die eigentlich jeder einmal gestolpert ist. Nicht umsonst schrieb schon Aristoteles vor ein paar tausend Jahren „Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen“. Wie schafft man es also zu starten, ohne dass es zu unangenehmer Stille kommt?

EIGENTLICH ist es gar nicht so schwer wie man denkt, denn es gibt einige Hilfestellungen, wie man einen Anfang gut angeht. Aber es gibt nicht den einen perfekten Einstieg, denn jede Gruppe ist anders und reagiert auf den selben Beginn selten gleich. Also mach dir keinen Kopf wenn es mal nicht so geklappt hat und versuch es gleich nochmal.

Ein guter Anfang beginnt schon, bevor es überhaupt los geht. Die Menschen kommen an, online und normal. Schon hier kann man ein Schweigen verhindern. Komme ins Gespräch mit ihnen, wenn du sie noch nicht kennst, frag wer sie sind, woher sie kommen, was sie gerne machen und so weiter. Der gut bekannte Smalltalk eben. Falls sie dir bekannt sind, frag wie es bei ihnen läuft, wie es dem Haustier geht und alles was dir einfällt. Vergiss hier aber nicht, dass du dich am besten nicht nur auf eine Person konzentrierst, sondern alle mit einbeziehst, sodass man sich nur wohlfühlen kann. Danach beginnt es offiziell. Begrüße noch einmal alle -immer mit einem Lächeln im Gesicht- und stelle dich, wenn nötig noch einmal für alle vor. Falls diese Gruppe sich neu findet, beginn am besten mit einer Vorstellrunde. Wenn man sich in echt trifft, kann man das auch mit einem Ball machen, der umher geworfen wird, online dann natürlich nur mit einem imaginären;). Und ab da gibt es mehrere Möglichkeiten wie du verfahren kannst.

Ein kleiner Impuls kommt immer gut an, eine Andacht die du dir überlegt hast. Falls du an dieser Stelle nicht weißt, wie du so eine schreibst schau doch auf der Rückseite ganz unten bei "Pfingsten" nach. Fabian Lauterbach beschreibt hier sehr schön, wie du am besten eine Andacht gestaltest.

Eine weitere gute Idee, vor allem wenn sich die Gruppe nicht, beziehungsweise nur teilweise kennt, sind Kennenlernspiele. Natürlich gibt es auch zig hunderte von diesen, aber es gibt doch ein paar, die eigentlich immer gut ankommen. Meine Top drei sind:

1. Toilettenpapier Spiel

Das spiel muss jeder einmal gespielt haben. Du brauchst dafür nur dich, deine Gruppe und Klopapier -wenn es mal nicht wieder komplett gehamstert wurde;). Man gibt die Rolle Klopapier herum und jeder reißt sich beliebig viele Blätter ab. Ich rate hier eine Mindest- und Maximalzahl anzugeben, sodass jeder etwas erzählen muss, es aber nicht unnötig ausartet. Im Kreis herum erzählt dann jeder so viele Dinge über sich, wie er Klopapierblätter in der Hand hält. Tipp: sammelt das Klopapier wieder und benutzt es wieder #recycling!

2. Kennenlernbingo

Hier musst du etwas vorarbeitet leisten. Man erstellt soz. ein Bingofeld (müssen nicht nur 3x3 Kästchen sein, je mehr Kästchen, desto mehr erfährt man über die Gruppe) und schreibt unterschiedliche Dinge hinein, wie zum Beispiel „mag keine Schokolade“, „hat alle Harry Potter Bücher gelesen“ „Hat Schuhgröße 45“ etc. Als Gruppe muss man dann herumgehen, und andere nach den Feldern befragen und die richtigen hineinschreiben. Wer als erster sein Bingo, also eine Reihe senkrecht, waagrecht oder diagonal voll hat, hat gewonnen.

3. Was wäre wenn

Auch hier bereitest du ein Blatt für jeden Teilnehmer vor. Darauf schreibst du mehrere Sätze in dem Stil „wenn ich eine Blume wäre, dann wäre ich …, weil…“. Jeder muss seinen Zettel ausfüllen und an dich zurückgeben. Du liest dann einzelne Sätze von dem Blatt vor und die Gruppe muss den finden, dem das Blatt gehört. Aber natürlich braucht nicht jede Gruppe Kennenlernspiele, vor allem wenn sie sich öfter treffen. Auch dann gibt es noch weitere Spiele die man spielen kann, um zu Beginn die Gruppendynamik anzufordern (sogenannte Icebreaker). Hier die -meiner Meinung nach- besten zwei:

1. Scharade

Scharade ist optimal um alle dazu aufzufordern mitzudenken, egal ob man zwei Gruppen sich batteln lässt, oder ob man alle gegen alle spielt. An sich muss man als Leiter nur Begriffe suchen, die bestenfalls auch auf das Thema des Abends hinführen. Man muss hierbei diesen Begriff pantomimisch darstellen und die Gruppe muss auf diesen Begriff kommen. Natürlich kann man das ganze auch in Kategorien einteilen, wie „Stars“, „Filme“,…

2. Galgenmännchen

Auch hierfür musst du nur Begriffe suchen, die Anzahl der Buchstaben dieses Wortes preisgeben und los geht das Raten. Optimaler Weise nimmt man hier auch aus dem Thema der Veranstaltung die gesuchten Worte. Empfehlenswert ist es auch schon in der Planung, sich eine kleine Belohnung für den Gewinner auszudenken, wie etwas Süßes oder ähnliches.

Natürlich gibt es noch viel mehr Ideen wie man am besten in etwas einsteigt. Insgesamt sollte man nur ein paar Dinge beachten, die einen unangenehmen Start so gut wie ausschließen:

  • Politik sollte, vor allem in der Kennenlernphase weggelassen werden! Denn eine Meinungsverschiedenheit in politischen Ansichten bringt oftmals Diskussionen mit sich. Also sollte das P-Wort in eurem Smalltalk nicht vorkommen, wenn man eine gute Basis aufbauen möchte.
  • Auch solltest du drauf achten, wer alles in deinem Publikum sitzt. Denn so sind Kinder zum Beispiel oft gelangweilt, wenn du mit einer zehnminütigen Andacht beginnst. Pack diese eher an den Schluss, sodass sie zum Ende hin ruhiger werden. Starte hier lieber mit etwas spannendem oder lustigem, von dem die Kinder gleich gespannt sind wie es weiter geht.
  • Don’t worry! Be happy! Wenn man glücklich ist, immer ein Lächeln auf den Lippen hat wirkt man gleich viel sympathischer und es werden so kleine Fehler gar nicht wirklich beachtet;)

Also abschließend nochmal: Sei von Anfang an gut drauf, bezieh jeden in der Gruppe ein, achte darauf wer vor dir sitzt und sei einfach so nett und freundlich wie du bist und es kann gar nichts schief gehen!

Ende Gelände:

Mit den Tipps von Amelie habt ihr ganz auf Augenhöhe eine gute Basis geschaffen und eure Aktion gut eingeleitet. Wichtiger Tipp von mir an dieser Stelle: Alles, was man anfängt, soll man auch ordentlich zu Ende führen.

Ganz egal, wie lange dein Teamertag oder Grundkurs schon her ist, Du hast mit Sicherheit gelernt, dass man am Ende der Aktion oder Veranstaltung noch einmal reflektiert und sich Feedback von den Teilnehmern und Kollegen abholt. Das ist in mehreren Punkten wichtig und schön. Die Teilnehmer schauen sich den ganzen Tag nochmal an, erinnern sich an alles, was passiert ist und finden ihr persönliches Highlight (in Erzählkreisen mit jüngeren Kindern wird oft gesagt „ALLES war schön!“- dann musst du den Zwergen aus der Nase kitzeln, was denn besonders schön war :)

In Feedbackrunden ist auch Raum, um Dinge anzusprechen, die nicht so optimal liefen. Hier landen oft Verbesserungsvorschläge, die die Mitarbeiter oder die Teilnehmer betreffen.

Damit Du nicht nur Erzählrunden im Stuhlkreis machst, um deine Veranstaltung zu reflektieren, kommen hier ein paar neue und abwechslungsreiche Methoden zum Feedbacken:

Schreibdiskussion

An sich nichts Neues: Im Raum werden Zettel mit je einer Fragestellung verteilt. Jeder Teilnehmer bekommt einen Stift, läuft schweigend durch den Raum und liest und beantwortet die Fragen auf den Zetteln. Wenn man schon geschriebenen Kommentaren zustimmt, kann man Herzen, Striche,k Daumen, … hinzufügen um das Ausgesagte zu unterstützen. Mit Pfeilen kann der Kommentar erweitert werden. Die Methode hat die Hürden des Alters (Kinder müssen flüssig lesen und schreiben können), und es ist ein leicht erhöht zeitlicher Aufwand. Auf der positiven Seite jedoch: man hat dasd Feedback schriftlich, die Teilnehmer erschaffen „gemeinsam“ etwas Sichtbares, Greifbares. Außerdem ist diese Methode anonym: niemand muss sich schämen, öffentlich etwas anzusprechen/hinzuschreiben.

Sticker/ Stricheln

Auf einem Flipchartpapier werden die verschiedenen Programmpunkte der Aktion aufgelistet. Darunter befindet sich jeweils eine Skala, die von „war gar nicht meins“ zu „das hätte ich den ganzen Tag machen können“ oder ähnlichem beschriftet ist.

Die Teilnehmer erhalten kleine Klebepunkte, Sticker, oder Eddings und platzieren sich auf dieser Skala. So erhält man ein gutes Stimmungsbild der Gruppe. Es empfiehlt sich, jeweils die äußeren Klebepunkte (vor allem auf der negativen Seite) um eine Erklärung oder Beschreibung zu bitten. Die negative Wahrnehmung kann wegen etwas sehr Subjektivem sein, oder die Aktion war einfach nicht „mein Ding“.

Skala zum Platzieren

Ähnlich den Stickern von Oben ist das Platzieren auf einer Skala. Allerdings herrscht hier mehr Bewegung. Auf dem Boden im Raum ist eine lange Schnur auf dem Boden platziert, mit einer + und einer – Seite. Die Teilnehmer platzieren sich auf Zuruf des Feedback- Punktes eher auf der positiven oder negativen Seite und verteilen sich im Raum.

5 Finger

Eine Aktion, die im Stuhlkreis stattfindet, aber recht anschaulich und geordnet Feedback gibt. Jeder erzählt der Reihe nach, wie er oder sie den Tag erlebt hat und einordnet. Dazu werden die Finger der Hand hergenommen, die jeweils eine Bedeutung haben.

Daumen: Daumen hoch, das war spitze!

Zeigefinger: Darauf möchte ich hinweisen, das war besonders bemerkenswert

Mittelfinger: Das war jetzt nicht so dolle, beim nächsten Mal kann man das weg lassen…

Ringfinger: Daran bitte festhalten, daran möchte ich mich binden/ das ist eine Herzensangelegenheit (Funfact: einer antiken Legende nach ist der Ringfinger ist der einzige Finger mit einer direkten Verbindung zum Herzen <3)

Kleiner Finger: Sahnehäubchen, letzter Kommentar

Anonymer Briefkasten

Dauert die Veranstaltung länger als einen Tag, kann man einen Briefkasten einführen. An einer zentralen Stelle steht eine Box (z.B. Schuhkarton mit Schlitz), Briefpapier und Stifte liegen daneben. Die Teilnehmer können schon während der Freizeit Botschaften an das Mitarbeiterteam schreiben, am letzten Morgen kann aber bewusst noch einmal darauf hingewiesen werden, um eine abschließende Meinung zu bekommen.

Je nach Gruppe und Dynamik ist es vielleicht sinnvoll, nicht Blankopapier bereitzulegen, sondern Vordrucke mit Impulsfragen und Raum zum Antworten.

Erzähls der Omma

Gerade dann, wenn die Gruppe eher ruhig und wenig erzählfreudig ist, oder total auf Verkleidung abfährt, kann man den Kindern die folgende Frage stellen: „Wenn du jetzt nach Hause gehst, was erzählst du dann daheim?“ oder „Stell dir vor, die Omma ruft an, und fragt was du Tolles erlebt hast.“

Oft öffnen sich die Kinder dann und beginnen, tatsächlich zu erzählen.

Tipp zur Gaudi: Besorgt euch eine Perücke und ein Schultertuch und verkleidet einen Mitarbeiter als Omma (oder natürlich Oppa mit Stock und Rauschebart/ Pfeife/ Hut, … . Ich möchte niemanden diskriminieren oder ausschließen). Nach anfänglichem Lachen kann das eine wirklich schöne Methode sein, die das Eis bricht.

 

Mein Schlusswort: 

Das sind jetzt Methoden zum Feedback, die vor Ort und live stattfinden. Natürlich lässt sich in Abwandlung einiges davon ins Digitale übertragen, aber ich möchte ein Zeichen setzen und sagen: irgendwann werden wieder Freizeiten und Veranstaltungen vor Ort in den Gemeinden und in Vordorf stattfinden. Wir warten geduldig und freuen uns schon darauf! #Hoffnungsträger

- Yvonne Meier

 

 

Kerzenstock
Bildrechte: Foto von Szabolcs Toth von Pexels

Rituale

In unserem Tropfer geht es diesmal um das Thema Rituale. Wir haben in der Vorbereitung des Tropfers schon viel über verschiedene Rituale sinniert, gesprochen, diskutiert. Ob der Kaffee am Morgen schon ein Ritual ist, oder wie viele Tassen man trinken muss, damit es "als Ritual zählt".  Oder ob an Weihnachten wirklich immer „Stille Nacht“ gesungen werden muss. Und ob „Last Christmas“ im Radio ein rituelles Weihnachtslied ist, weil es unermüdlich jedes Jahr ab November läuft. Wir waren in dem Punkt geteilter Meinung 😉 Weiterhin war ein Diskussionsthema, ob es einen Unterscheid zwischen Ritualen und Traditionen gibt.

In einem Punkt waren wir uns alle jedoch einig: Es ist super interessant, über verschiedene Rituale ins Gespräch zu kommen. Jeder kennt andere Traditionen, jeder hat zum Beispiel in irgendeiner Weise ein Morgenritual. Sich darüber auszutauschen, kann zu lustigen Gesprächen führen und zusammenschweißen.

Um euch diesen Austausch zu ermöglichen, und um euch dabei unter die Arme zu greifen, haben wir deshalb exklusiv für euch a) Fragen ausgearbeitet, die ihr euren Klassenkameraden, Freunden, Konfis, Nachbarn oder wem auch immer stellen könnt und b) Leuten aus den beiden Dekanaten Selb und Wunsiedel diese Fragen gestellt. Die Antworten von Dekan Pröbstl, Miriam Zöllner, Norbert Wappmann und Kim Titzmann könnt ihr weiter unten lesen.

Nehmt diese Anregung gerne mit in die nächste Jugendgruppe und sprecht über Rituale, Traditionen und die typischen „Das war schon immer so“- Situationen. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die ihr entdecken werdet, lassen euch noch enger zusammenwachsen 😊

 

Hier kommen wir zu den Fragen, die wir unseren lieben Mitwirkenden gestellt haben:

1. Wie sieht ein ganz normaler Morgen bei dir aus?

2. Gibt es bestimmte Rituale, die dich begleiten?

3. Hast du für besondere Tage (Silvester, Weihnachten, Geburtstag, Sonntag ...) ein Ritual?

4. Gibt es Rituale, die du vermisst oder vermisst hast? (-> die es gab, als Du Kind warst und die irgendwann aufgehört haben?)

5. Welches Ritual würdest du gerne an andere weitergeben?

 

 

Norbert Wappmann (Dekanat Wunsiedel) hat folgendermaßen darauf geantwortet:

1. Wie sieht ein ganz normaler Morgen bei dir aus?

 Mein Wecker klingelt schon immer einige Minuten, bevor ich aufstehen muss. Ich brauche immer das Gefühl, noch liegenbleiben zu können. Die berühmten „noch 5 Minuten“.

2. Gibt es bestimmte Rituale, die dich begleiten?

 Immer, wenn meine Tochter zu Besuch ist, bestellen wir am ersten Abend etwas beim Italiener.  Das ist unser Auftakt für eine gemeinsame Zeit und stimmt uns darauf ein.

3. Hast du für besondere Tage (Silvester, Weihnachten, Geburtstag, Sonntag ...) ein Ritual?

Ich bin nicht der Mensch, der bestimmte Tage immer gleich gestaltet. Aber das Schmücken des Weihnachtsbaumes im Advent und in aller Ruhe ist mir doch sehr wichtig. Da wird es andächtig und richtig weihnachtlich.

4. Gibt es Rituale, die du vermisst oder vermisst hast? (-> die es gab, als Du Kind warst und die irgendwann aufgehört haben?)

Als Kind war das gemeinsame Mittagessen mit der Familie am Sonntag ein "muss". Da mein Vater unter der Woche als Fernfahrer unterwegs war, waren gemeinsame Essen etwas Besonderes. Ich habe das oft genossen.

5. Welches Ritual würdest du gerne an andere weitergeben?

Ich möchte kein bestimmtes Ritual weitergeben. Trotzdem: gemeinsame Familienzeit, ob regelmäßig miteinander zu frühstücken oder ein gemeinsamer Spieleabend oder ähnliches, ist sehr wichtig. Man muss dankbar sein, seine Zeit mit seinen Liebsten verbringen zu können. Die gemeinsame Zeit kann schneller vorbei sein, als uns wirklich bewusst ist. Nutzen wir sie also lieber jetzt als später!

 

Mona Titzmann (Dekanat Wunsiedel) denkt so über Rituale:

1. Wie sieht ein ganz normaler Morgen bei dir aus?

Ich steh früh auf dann mach ich mich im Bad fertig, schminke mich direkt dann frühstücke ich was dann putz ich Zähne und dann fahr ich meistens in die Arbeit.

2. Gibt es bestimmte Rituale, die dich begleiten?

Bei mir gibt es eigentlich keine bestimmten Rituale die mich begleiten, abends bevor ich ins Bett gehe bin ich meistens noch am Handy schau instagram und so durch und geh dann danach schlafen, das mach ich meistens jeden abend so.

3. Hast du für besondere Tage (Silvester, Weihnachten, Geburtstag, Sonntag ...) ein Ritual?

Wir hatten die letzten Jahre an Weihnachten immer den gleichen Ablauf, da dieses Jahr aber alle meine Großeltern auf einmal verstorben sind wird es diesen Ablauf leider nicht mehr so geben.

4. Gibt es Rituale, die du vermisst oder vermisst hast? (-> die es gab, als Du Kind warst und die irgendwann aufgehört haben?)

Das einzige Ritual das ich vermissen werde ist Weihnachten dass ich nicht mehr mit meinen Großeltern feiern kann. Ansonsten gibt es keine aus meiner Kinderheit die es nicht mehr gibt.

5. Welches Ritual würdest du gerne an andere weitergeben?

Ich würde gerne an andere weitergeben, dass sie besondere Feiertage immer mit ihren liebsten zusammen feiern sollten um die Zeit mit ihnen zu verbringen.

 

Miriam Zöllner (Dekanat Selb) findet für ihr Leben folgende Rituale:

1. Wie sieht ein ganz normaler Morgen bei dir aus?

Am Morgen habe ich oft nicht so viel Zeit. Ich bin eher ein Langschläfer und der Tag beginnt für mich mit Kaffee. Diese zwei Minuten dasitzen, Kaffee schlürfen und die Ruhe vor dem Sturm genießen. Danach mach ich mich fertig und gehe aus dem Haus. Alles nach dem Motto „Ein Kaffee am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen“.

2. Gibt es bestimmte Rituale, die dich begleiten?

Wichtig ist für mich, jeden Tag mit dem Vaterunser zu beenden. Das Gebet vereint alles und begleitet mich schon seit der Wiege. Meine Mutter hat es immer mit mir oder für mich, jeden Abend gebetet. Das habe ich beibehalten, das Gebet trägt mich durch alle Lebenslagen. 😊

3. Hast du für besondere Tage (Silvester, Weihnachten, Geburtstag, Sonntag ...) ein Ritual?

Jetzt im Speziellen für Weihnachten: Weihnachten beginnt für mich, wenn im Gottesdienst das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ gesungen wird. Wenn ein anderes traditionelles Lied stattdessen gesungen wird, fehlt für mich etwas.

4. Gibt es Rituale, die du vermisst oder vermisst hast? (-> die es gab, als Du Kind warst und die irgendwann aufgehört haben?)

Das gemeinsame Mittagsessen/später das Abendessen, der ganzen Familie, wo jeder von seinem schönsten Erlebnis vom Tag erzählt hat. -> Jetzt lebe ich allein und reflektiere den Tag für mich selbst.

5. Welches Ritual würdest du gerne an andere weitergeben?

Genau dieses tägliche Ritual des Erzählens von seinem schönsten Erlebnisses am Tag, lässt die Dinge, die nicht gut gelaufen sind, aus dem Vordergrund rücken. Diese Möglichkeit habe ich meinen SchülerInnen im Religionsunterricht auch gegeben, da ich weiß, wie gut es tun, den Blick auf das Positive zu lenken. Das möchte auch ich auch weitergeben, einmal am Tag darüber nachdenken, was ist heute besonders gut gelaufen!

 

Dekan Volker Pröbstl (Dekanat Selb) denkt über Rituale so:

1. Wie sieht ein ganz normaler Morgen bei dir aus?

Wenn um 6 in der Früh die Glocken der Stadtkirche läuten, werde ich normalerweise wach.
Dann habe ich Zeit, um in mich zu gehen, mich zu sammeln und mich Gott anzuvertrauen.
Aufstehen muss ich um sechs noch nicht. Das kommt später.


2. Gibt es bestimmte Rituale, die dich begleiten?

Eigentlich ist der ganze Morgen ein festes Ritual, oder besser ein routinierter Ablauf:
Ich mache ganz gerne das Frühstück, Obstschneiden, Kaffeekochen...
Vermutlich habe ich noch mehr "Rituale" - mit denen ich mir den Alltag erleichterte.
Die fallen mir erst auf, wenn ich mir darüber Gedanken mache.

 

3. Hast du für besondere Tage (Silvester, Weihnachten, Geburtstag, Sonntag, ...) ein Ritual?

Durch meinen Dienst an Sonn- und Feiertagen gibt es selbstverständlich ein relativ festes Ritual.
Das hat vor dem Gottesdienst schon seinen relativ festen Ablauf: Tasche packen, Unterlagen sichten, durch den Seiteneingang in die Kirche gehen, in der Sakristei mit Mesner, Lektor_in oder Kantorin noch einmal den Gottesdienst besprechen und gemeinsam beten.
Selbstverständlich kann sein, wenn etwas besonders ist, dass sich dann manches ändert.

 

4. Gibt es Rituale, die du vermisst oder vermisst hast? (-> die es gab, als Du Kind warst und die irgendwann aufgehört haben?)

Wir hatten früher mit unseren beiden Töchtern ein "Zu-Bett-Geh"-Ritual.  Vater oder Mutter sind dann am Bett gesessen.
Wir haben ein paar Seiten vorgelesen und dann gemeinsam zwei Lieder gesungen. "Der Mond ist aufgegangen" war immer dabei.
Ich nachhinein erinnere ich mich an ganz intensive Momente. Aber Kinder werden halt erwachsen.


5. Welches Ritual würdest du gerne an andere weitergeben?

Ja, da spricht dann schon der Pfarrer in mir: Ich glaube das Ritual "Sonntagsgottesdienst" würde ich gerne anderen ans Herz legen:  Sich besonders anziehen, mit den Glocken zur Kirche kommen.
Die Kerzen sehen, die Orgelmusik hören, einfach nur da sein - nichts zu müssen.
Und dann mit meinen Gedanken den Worten der Gebete, Lesungen und der Predigt folgen und dabei aber auch immer wieder abschweifen dürfen.  Es kann schon sein, dass ich dann "angerührt" werde oder mich "ergriffen" fühle.
Beim Segen aufstehen und auf den Altar schauen. Und mit der Musik im Ohr heimgehen ...
Das Ritual "Sonntagsgottesdienst" muss nicht nach meinem Geschmack gestrickt sein. Ich muss auch nicht zu allem, was da geschieht, eine Meinung haben. Ich kann einfach nur da sein, Zeit haben für die Seele und darauf achten, was in mir weiterarbeitet, Resonanz hat.
Wenn es im Alltag recht hektisch und vielleicht belastend zugeht, ist das eine große Chance.

 

Kim Titzmann (Dekanat Wunsiedel) antwortet so:

1. Wie sieht ein ganz normaler Morgen bei dir aus?

Ich stehe auf. Dann mach mich fertig. Also duschen, Haare machen, bisschen Make Up. Anschließend frühstücke ich und gehe in die Arbeit.

 

2. Gibt es bestimmte Rituale, die dich begleiten?

Ohne Zähneputzen kann ich früh das Haus nicht verlassen 😅 Das wurde mir als Kind so beigebracht, und ich fühle mich unwohl, würde ich vor dem Rausgehen nicht die Zähne putzen.

 

3. Hast du für besondere Tage (Silvester, Weihnachten, Geburtstag, Sonntag, ...) ein Ritual?

Sonntag waren wir immer bei meiner Oma zum Essen eingeladen. An Weihnachten gehen wir mit der ganzen Familie in die Kirche und besuchen den Weihnachtsgottesdienst. Alle kommen zusammen und genießen die gemeinsame Zeit.

 

4. Gibt es Rituale, die du vermisst oder vermisst hast? (-> die es gab, als Du Kind warst und die irgendwann aufgehört haben?)

Nach dem Sonntagsessen waren meine Schwester und ich immer bis in den Nachmittag bei meiner Oma. Zusammen waren wir dann in der Eisdiele und sind im Fichtelgebirge rumgefahren.

 

5. Welches Ritual würdest du gerne an andere weitergeben?

Wir sollten regelmäßig dankbar sein, für die Dinge, die einem das Leben schenkt.

 

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Pröbstl, Miriam, Mona, Kim und Norbert für das Mitwirken!

Und wir wünschen euch spannende und schöne Gespräche über Rituale und Familientraditionen!

 

Yvonne Meier

 

 

 

Pfingsten

Bobengrün

Die Zeit um Pfingsten ist eine besondere Zeit für mich. Es ist die Zeit zwischen Frühling und Sommer. Der Zeitpunkt, an dem man das erste Mal gut barfuß gehen kann. Wo die Obstbäume abblühen, aber so satt grün sind, dass man den rosa Blüten kaum nachtrauern kann.

Ich erlebe Pfingsten normalerweise in Bobengrün auf der Pfingsttagung. Generationen von Christen treffen sich in Bobengrün, setzen sich in der Natur sich auf Berghänge, Wiesen und Wälder, um Pfingstgottesdienste zu feiern. Dazu kommen Prediger und Referenten aus der ganzen Welt und erzählen von ihrem Glaubensweg, ihren Abenteuern mit Gott. Viele Glaubensbekenntnisse und Zeugnisse habe ich dort gehört, Worship- Abende mit den Fackelträgern erlebt, gebetet, gecampt, gesungen, unter freiem Himmel Zähne geputzt und mit den anderen Volleyball und Indiaca gespielt (Ist dort sehr wettbewerbsfähig, die verschiedenen Jugendgruppen organisieren jährliche Turniere und haben eine Mordsgaudi!).

Ich bin in diesen Ort und diese Tradition hineingewachsen und wahrscheinlich verbinde ich deshalb Pfingsten mit Natur, mit lebendigen Glaubenszeugnissen, mit flammenden Reden über das Wirken des Heiligen Geistes. Genau das ist Pfingsten für mich: Die Feiertage des Heiligen Geistes. Die Tage, an denen wir uns erinnern, dass wir brennen dürfen für Gott, das wir sprudeln dürfen vor Staunen über seine Werke.

Ich habe bei den Predigern in Bobengrün keine Feuerflammen auf den Köpfen gesehen. Und auch wenn hauptsächlich deutsch und englisch dort gesprochen wird, sind weiterhin Dolmetscher nötig, damit jeder alles verstehen kann. Ich muss die Sprache nicht verstehen, um Überzeugung und Freude verstehen zu können, der Heilige Geist tut seinen Teil dazu.

Hoffentlich ist die Pfingsttagung Bobengrün nächstes Jahr wieder analog und unter Bäumen möglich! 2020 kann sie leider nur eingeschränkt und digital stattfinden. Eine Übertragung der Gottesdienste findest du auf der Internetseite. Uhrzeiten und Übertragung unter: https://www.pfingsttagung-bobengruen.de/  Ganz dicke Empfehlung von mir!

Yvonne Meier

Pfingsten

Pfingsten - was ist das?

Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Moment im Religionsunterricht, es war in der 9. oder 10. Klasse (okay, so gut erinnere ich mich dann wohl doch nicht mehr), da fragte uns die Lehrerin, was wir Christen eigentlich an Pfingsten feiern. Und wir saßen da, allesamt mit offenen Mündern – manche vor Langeweile, manche, weil wir uns wunderten, dass wir zwar alljährlich zwei Wochen Ferien deswegen bekämen, aber keine Ahnung hatten, wieso eigentlich.

Ja, was ist Pfingsten? Der Name ist...nichtssagend. „Pfings-ten“. „Pfing-sten“? An Weihnachten geht’s wenigstens irgendwie um eine „geweihte Nacht“, an Christi Himmelfahrt um, naja, die Himmelfahrt Christi eben, aber an Pfingsten? „Pfing“ hat etwas Lautmalerisches, als würde man eine lose Saite zupfen, „sten“ klingt angelsächsisch – aber wirklich weiter bringt es mich beim Verständnis nicht.

Dann wurden wir aufgeklärt: An Pfingsten feiern wir, dass der Heilige Geist auf die Erde kam und den Jüngern, die nach Jesu Kreuzigung und Himmelfahrt die Gemeinde in Jerusalem leiteten, die Fähigkeit gab, das Evangelium allen Menschen zu verkündigen, und sie in die Welt aussandte – deswegen wird Pfingsten oft auch als „Gründungsdatum“ der Kirche angesehen.

Wie könnten wir hier, im Tropfer, Pfingsten also besser feiern als indem wir Dir ein paar Tipps an die Hand geben, wie Du das Evangelium verkündigen kannst?

 

Reden und Handeln

„Evangelium verkündigen“ klingt...doof, irgendwie, ich weiß. Und altbacken. Und nach ewigen, einschläfernden Predigten. Das ist aber genau unsere Aufgabe als Evangelische Jugend: „Das gemeinsame Ziel ihrer Arbeit besteht darin, als mündige und tätige Gemeinde Jesu Christi das Evangelium von Jesus Christus den jungen Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit zu bezeugen“, heißt der zweite Satz der Ordnung der Evangelischen Jugend in Bayern (OEJ), unserer kirchenrechtlichen „Verfassung“.

Wenn Du gerne über Jesus redest, biblische Geschichten erzählst und Menschen mit deinem Auslegen des Evangeliums mitreißen und überzeugen kannst, ist das großartig, mach weiter so! Viele von uns (mich eingeschlossen) haben dieses Talent aber nicht, und wenn wir uns daran versuchen, dann wird das eher langweilig und uninteressant. Und sind wir mal ehrlich: Damit locken wir dann auch niemanden hinter dem Ofen (oder eher Handybildschirm) hervor.

Deswegen steht in der OEJ aber ja auch das Wort „tätig“: Verkündigung funktioniert nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten – manchmal sogar besser. Ich kann lange darüber reden, wie gut und wichtig es wäre, Menschen zu helfen, aber solange ich es nicht tue, merken sie davon nix. Aber in dem Moment, in dem ich meine Worte in die Tat umsetze, kommt die Botschaft bei ihnen an.

Bei uns in der EJ funktioniert meiner Erfahrung nach ganz viel über die Gemeinschaft. In Jugendgruppen und Gremien, auf Freizeiten und Fortbildungen, mit Kindern und Erwachsenen – egal wo wir sind oder was wir machen, immer sind wir zusammen, essen gemeinsam, spielen gemeinsam, arbeiten gemeinsam, lachen gemeinsam, unterhalten uns und schlafen auch nicht in Einzel-, sondern Mehrbettzimmern. Und wie sagte schon Jesus? „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20) – wenn wir als Evangelische Jugend als Gemeinschaft leben, dann können wir uns sicher sein, dass Gott dabei ist. In unserer Gemeinschaft haben wir aber ja nicht nur viel Spaß und werden satt, sondern wir vermitteln und leben auch den vielleicht elementarsten Wert des Christentums: Die Nächstenliebe. Und ich bin überzeugt: Wenn die sich in den Köpfen und Handlungen der Menschen festgesetzt hat, dann ist schon ganz viel gewonnen.

 

Andacht gestalten – aber wie?

Andachten – auch so ein Klassiker in der EJ. Aber wie mache ich das am Besten? Kann ich irgendwas falschmachen? Gibt es eine perfekte Andacht, die ich einfach kopieren kann?

Vorneweg zur Beruhigung: Wirklich etwas falschmachen kannst Du eigentlich nicht. Solange die Andacht sich stimmig anfühlt, Gott, ich sag mal, „drin vorkommt“, und Du das rüberbringen konntest, was du vermitteln wolltest, passt alles. Also mach Dir da keine Sorgen und trau Dich!

Die Stimmung

Es gibt so eine typische „Andachtsstimmung“, finde ich, da kann man sich entspannen, zur Ruhe kommen, seine Gedanken zurück- und sich selbst voll auf das Kommende einlassen. Aber wie erzeuge ich die?

Da gibt es kein Geheimrezept – leider. Aber grundsätzlich gilt: Eine Andacht braucht Zeit und Raum. Das heißt, mal eben zwischen Tür und Angel ein paar Gedanken in die Runde werfen funktioniert meistens eher schlecht, und auch während einer Fackelwanderung wird es vermutlich schwer, alles so rüberzubringen, wie man es gerne getan hätte. Deswegen mach Dir vorher Gedanken, wo Du Andacht feiern möchtest (und kannst): Sitzkissen auf dem Boden? Um ein Lagerfeuer? Auf einer Wiese im Wald? In der supergemütlichen Couchecke? In der Kirche?

Dann geht’s ans Dekorieren. Keine Angst, ich habe davon auch keine Ahnung, deswegen kann ich Dir versichern: Manchmal ist weniger mehr. Für manche Andachten sind wunderschöne, hoch getürmte Mitten voller Glassteinchen und Teelichter perfekt, für andere reicht auch eine einfache Kerze, und wieder andere brauchen vielleicht sogar gar nichts. Gestalte so, wie es sich für Dich richtig anfühlt, und glaub mir, dann ist es perfekt.

Die Musik

Singen macht Spaß. Und gehört zu Kirche auch irgendwie dazu, keine Frage. Aber was macht man, wenn man weder Singen noch ein Instrument spielen kann? Freilich kann man freundlich fragen, irgendjemand ist ja meistens dabei, der wenigstens eins der beiden Sachen kann – aber was wenn nicht? Dann eben nicht. Nicht jede Andacht braucht Musik und Gesang, Du kannst Deine Message auch wunderbar ohne rüberbringen.

Was auch oft funktioniert ist ein Lautsprecher: Gerade zum Ankommen kann es hilfreich sein, leise etwas ruhige Musik zu spielen, um zu verdeutlichen, dass jetzt keine Zeit ist für laute Gespräche, für wildes Toben und clownmäßige Showeinlagen.

Die Message

Das Schwierigste: Worüber schreibe ich? Was will ich vermitteln? Was und wie und überhaupt?? WIE GEHT DAS?!

Hui, ganz ruhig. Prinzipiell gilt: Wenn Du sagst, es ist eine Andacht, und es wird als Andacht wahrgenommen, dann ist es auch eine Andacht. Du musst Dir also keine Sorgen machen, dass Du eine wissenschaftlich-theologisch einwandfreie Auslegung von Gen 38,6-10 abliefern musst, das geht auch viel niederschwelliger.

Du kannst zum Beispiel über ein Lied sprechen: Welche Bedeutung hat etwa Don’t Look Back In Anger von Oasis für Dich und Deinen Glauben? Wieso findest Du, dass Hey Jude von den Beatles wunderbar zur Botschaft des Neuen Testaments passt? Welche zutiefst christliche Botschaft findest Du in You Need To Calm Down von Taylor Swift?

Und was mit Liedern geht, geht auch mit allem anderen: Du kannst Andachten halten über Batterien, Zahnpasta, Europaletten, Fensterscheiben, Grashalme, Fortnite, Schulhefte,... – glaub mir, Du kannst Andachten über wirklich alles halten. Wenn Du mit offenen Augen durch die Welt gehst, wirst Du überall Inspiration finden können.

Oder Du hast eine Bibelstelle, die Du richtig gut findest. Vielleicht ist es eine Geschichte, die Dir schon lange gefällt, vielleicht hast Du auch einen guten Vers in den Tageslosungen gefunden. Und darüber kannst Du reden – ja, das kannst Du, glaub mir! Wie genau Du das machen sollst – schwer zu sagen. Probiere es einfach aus, auch verschiedene Stile, finde raus, was sich für Dich richtig anfühlt.

Und der ganze Rest

In einer Andacht sind Deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt: Du kannst Bauklötze mitbringen, Du kannst Aktionen einbauen, bei denen geschrieben und gedacht und diskutiert wird, Du kannst die Andacht auch in Etappen aufteilen und entlang einer Nachtwanderung halten, Du kannst Blumentöpfe bepflanzen lassen, Du kannst ein Spiel oder eine Sportaktion einbauen, Du kannst...Du kannst wirklich so ziemlich alles machen, was Du willst.

 

Ich sag’s abschließend nochmal: Wenn Du sagst, es ist eine Andacht, und es wird als Andacht wahrgenommen, dann ist es auch eine Andacht. Was darin passiert ist relativ egal, solange Du das rüberbringen kannst, was Du vermitteln willst.

 

Fabian Lauterbach